NACHRICHTEN

100 Jahre Fatima - Papst spricht Seherkinder heilig

Zum 100. Jahrestag der Marienerscheinungen von Fatima hat Papst Franziskus zwei der Seherkinder von damals heiliggesprochen. In dem portugiesischen Wallfahrtsort erklärte er am Samstag die beiden Hirtenkinder Francisco (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920) zu verehrungswürdigen Vorbildern für die Weltkirche. Für die dritte Seherin, Lucia dos Santos (1907-2005), läuft derzeit das Seligsprechungsverfahren.

Zu der Zeremonie fanden sich weit mehr als 100.000 Menschen aus aller Welt ein. Viele von ihnen verbrachten die Nacht auf dem Vorplatz des Heiligtums. In seiner Predigt verurteilte Franziskus eine "Gleichgültigkeit, die unser Herz erstarren lässt". Kirche müsse missionarisch, einladend, frei, treu sowie "arm an Mitteln und reich an Liebe" sein. Den Kranken sprach Franziskus Mut zu. Wer seine Krankheit annehme, sei "ein wertvoller Schatz der Kirche" und ein "Kapital für jede christliche Gemeinschaft".
Zuvor empfing der Papst in seiner Unterkunft eine Flüchtlingsfamilie. Es handelte sich um Palästinenser, die aus dem Irak und später aus Syrien geflohen waren. Inzwischen leben sie mit vier Generationen in Portugal. Nach Angaben eines Begleiters waren einige Mitglieder der muslimischen Familie mit dem Papst bereits 2015 zusammengetroffen. Als die Reise nach Fatima feststand, habe Franziskus gewünscht, sie wiederzusehen.
Vor der Messe traf sich der Papst auch mit Portugals Ministerpräsident Antonio Costa zu einem persönlichen Gespräch. Zudem gab es eine Begegnung mit einem 104-jährigen Priester, laut Medienangaben dem ältesten Geistlichen Portugals. Am Nachmittag flog Franziskus nach rund 24 Stunden nach Rom zurück.
Auf dem Rückflug stellte sich der 80-Jährige wie üblich den Fragen der mitreisenden Journalisten. Vor seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am 24. Mai im Vatikan sprach er sich für Offenheit aus. "Es gibt immer Türen, die nicht ganz zu sind", so der Papst. Man müsse stets über Gemeinsamkeiten sprechen und "Schritt für Schritt vorangehen". Frieden sei "eine Handwerkskunst".
"Er wird sagen, was er denkt, und ich werde sagen, was ich denke", sagte Franziskus mit Blick auf Trump. Seine eigene Sichtweise zu Migranten sei wohlbekannt. Zu mutmaßlichen Gegensätzen mit Trumps Auffassung sagte er, er bilde sich "nie ein Urteil über eine Person, ohne sie anzuhören".
Mit den von Rom getrennten traditionalistischen Piusbrüdern sind laut Franziskus weiter Bemühungen um eine Einigung im Gange. Der Papst sprach er von "brüderlichen Beziehungen". Zum Oberen der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, habe er ein "gutes Verhältnis", so Franziskus. Man habe mehrfach miteinander gesprochen; er selbst wolle aber die Dinge nicht beschleunigen. Für ihn sei die Frage der traditionalistischen Bruderschaft "kein Problem von Siegern oder Verlierern - sondern von Brüdern, die Schritte vorwärts tun".

KNA

Heiliger des Tages

Umfragen

Bistum Augsburg

> Ausgabe 9/2017: Ottmaringer Erklärung der Fokolar-Bewegung
> Ausgabe 6/2017: Wort der deutschen Bischöfe – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia
> Ausgabe 3/2017: Botschaft von Papst Franziskus zum 103. Welttag des Migranten und Flüchtlings
> Ausgabe 51/52: Botschaft des Heiligen Vaters Papst Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 2017
> Ausgabe 49/2016: Ökumene ist Rückkehr zum Auftrag. Eine Zeitansage zur Einheit der Christen von Bischofsvikar Prälat Bertram Meier.
> Ausgabe 47/2016: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus „Misericordia et misera“ zum Abschluss des außerordentlichen heiligen Jahres der Barmherzigkeit
> Ausgabe 44/2016: Gemeinsames ökumenisches Gebet in der lutherischen Kathedrale von Lund: Homilie des Heiligen Vaters
> Ausgabe 44/2016: Gemeinsame Erklärung anlässlich des gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenkens; Lund, 31. Oktober 2016
> Ausgabe 41/2016: Interview mit Generalvikar Harald Heinrich über die Pastoralvisitation im Dekanat Benediktbeuern und zur Pastoralen Raumplanung
> Ausgabe 42/2016: Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag am 23. Oktober 2016
> Ausgabe 36/2016: Botschaft von Papst Franziskus zum 50. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel am 11. September 2016
> Ausgabe 34/2016: Diözesanrichter Alessandro Perego erläutert das interne Vorgehen bei Missbrauchsfällen
> Ausgabe 33/2016: Interview mit Psychotherapeutin Helga Kramer-Niederhauser zum Thema Missbrauch und sexualisierte Gewalt
> Ausgabe 32/2016: Interview mit Brigitte Ketterle-Faber, Missbrauchs-Beauftragte der Diözese Augsburg
> Ausgabe 5/2015: Botschaft von Papst Franziskus zur Fastenzeit 2016
> Ausgabe 4/2016: Interview mit Dogmatik-Professorin Gerda Riedl über den Jubiläumsablass im Heiligen Jahr
> Ausgabe 53/2016: Botschaft des Heiligen Vaters Papst Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages - 1. Januar 2016

Service

Info-Links