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Appelle zum Weltfrauentag - Gauck fordert mehr Einsatz

Politiker und Verbände haben zum Internationalen Frauentag am Mittwoch zu größerem Einsatz für Gleichstellung in Beruf und Gesellschaft aufgerufen. Bundespräsident Joachim Gauck merkte an, dass ein Eintreten für die Rechte der Frauen nur dann glaubwürdig sei, "wenn es über den Frauentag hinausweist". Gauck äußerte sich zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an engagierte Frauen wie die Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, Shermin Langhoff, Schauspielerin Sibel Kekilli und Moderatorin Nazan Eckes.

Der Bundespräsident mahnte zudem die Umsetzung der Rechte im eigenen Land an, etwa eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Ausgleich von Lohnunterschieden und die Förderung einer stärkeren Präsenz von Frauen in Führungspositionen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kritisierte im ZDF-Morgenmagazin eine schleppende Umsetzung der Frauenquote in Aufsichtsräten in mittleren Unternehmen. Die Zielvorgaben würden nicht eingehalten.
Positiv bewertete die Ministerin die erstmals vorgelegte jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen. "Die Quote wirkt. Wir haben mehr Frauen in Führungspositionen", so Schwesig. Auf der Vorstandsebene bewege sich aber noch zu wenig. Hier müsse über Nachbesserungen am Gesetz nachgedacht werden.
Unterdessen beschloss die Bundesregierung auch den von Schwesig eingebrachten Gesetzentwurf zur Ratifizierung der sogenannten Istanbul-Konvention und den damit einhergehenden besseren Schutz für Frauen vor Gewalt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte die erstmalige Erstellung eines Frauengesundheitsbericht bis 2019 an.
Katholische Verbände nahmen den Gedenktag zum Anlass, um für Chancengleichheit zu werben. "Erwerbs- und Sorgearbeit zusammendenken! Das ist die zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe, um Frauen und Männern gleiche Verwirklichungschancen im Lebensverlauf zu ermöglichen", sagte Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), zum am Dienstag veröffentlichten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung.
Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ermutigte Frauen, sich selbstbewusst politisch für eine Verbesserung einzusetzen. "Gleichstellung ist ein deutliches Merkmal von Demokratie, Freiheit und Menschenwürde", so SkF-Bundesgeschäftsführerin Renate Jachmann-Willmer.
Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) verwies auf die Gleichberechtigung, die in der Gesellschaft noch nicht angekommen sei. Zugleich mahnte die Bundesvorsitzende Lisi Maier, dass "rechtspopulistische Gruppen in ganz Europa die Rolle der Frau noch verstärkter auf Heim, Küche und die Sorge und Pflege von Angehörigen reduzieren" wollten. "Frauenfeindlichkeit wird von ihnen wieder salonfähig gemacht", warnte sie.
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) äußerte Sorge vor vermehrter rechter Gewalt gegen muslimische Frauen. Auch würden Musliminnen im Arbeitsleben oftmals ungleich behandelt, so der Zentralrat.
KNA

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