NACHRICHTEN

Bundesregierung mahnt zu raschem Handeln gegen Hunger in Afrika

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, haben die internationale Gemeinschaft zu rascher Unterstützung für Millionen vom Hunger bedrohter Afrikaner aufgerufen. "Wir müssen sofort helfen, um den Menschen das nackte Überleben zu sichern", sagte Gabriel am Mittwoch zum Auftakt einer internationalen Konferenz in Berlin. Nach Grandis Worten sind allein am Horn von Afrika, im Südsudan, in Nordost-Nigeria und im Jemen mehr als 20 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Bei dem Treffen soll mit Hilfsorganisationen sowie Vertretern der betroffenen Regionen die Umsetzung der Hilfe erörtert werden.

Grandi pochte auf humanitären Zugang zu Betroffenen in den Konfliktregionen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Die UN benötigt nach eigenen Angaben 4,4 Milliarden Dollar für die Soforthilfe. Davon seien derzeit nur 20 Prozent zugesagt, beklagte Grandi. Neben Nahrung bräuchten die Menschen vor allem Schutz vor Gewalt. Nach Gabriels Worten stellt die Bundesregierung insgesamt 400 Millionen Euro bereit. Zugleich appellierte er an andere Staaten und Privatpersonen sich zu beteiligen.
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nannte es "beschämend", dass die Weltgemeinschaft die nötigen Gelder nicht aufbringe. Im Vergleich zu den weltweiten Rüstungsausgaben sei die Summe gering. Nach seinen Worten finanzieren derzeit acht Gebernationen rund 90 Prozent der Hilfe. Große Staaten wie Russland und Saudi-Arabien seien überhaupt nicht beteiligt, China nur geringem Maße.
Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Peter Maurer, betonte, dass die Krise nicht nur Folge der Dürre sei, sondern vor allem von Konflikten, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hätten. Er warf den Konfliktparteien vor, systematisch gegen das humanitäre Völkerrecht zu verstoßen.
Deutsche Nichtregierungsorganisationen begrüßte die Initiative, beklagten aber das späte Eingreifen. "Diese Hungersnot ist vorhersehbar gewesen", sagte Sid Peruvemba, Vorstandsmitglied beim entwicklungspolitischen Dachverband Venro. Wegen fehlender Mittel sei aber keine Vorsorge möglich gewesen. Venro forderte, völkerrechtswidriges Verhalten zu sanktionieren und größeren politischen Druck auf schlecht regierende Eliten auszüben.
Die "Aktion Deutschland Hilft" sprach von einer "der größten humanitären Katastrophen seit dem zweiten Weltkrieg". Der Vorsitzende des Bündnisses von Hilfsorganisationen, Bernd Pastors, sagte: "Unser Handeln muss von Menschlichkeit geleitet sein und nicht von politischen, institutionellen oder wirtschaftlichen Interessen, ansonsten ist diese Krise nicht zu bewältigen." Der Malteser Hilfsdienst, der Teil des Bündnisses ist, stellte eine Million Euro bereit. Nach den Worten des Präsidenten des Hilfsdienstes, Constantin von Brandenstein, sollen die Mittel für Schulspeisungen, Trinkwasser und die Verteilung von Grundnahrungsmitteln eingesetzt werden.
Die katholische Friedensbewegung Pax Christi forderte von der Bundesregierung, die geplante Beitragserhöhung an die NATO für die Hilfe umzuwidmen. Dies sei ein friedensethisches Gebot.

KNA

Heiliger des Tages

Umfragen

Bistum Augsburg

> Ausgabe 9/2017: Ottmaringer Erklärung der Fokolar-Bewegung
> Ausgabe 6/2017: Wort der deutschen Bischöfe – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia
> Ausgabe 3/2017: Botschaft von Papst Franziskus zum 103. Welttag des Migranten und Flüchtlings
> Ausgabe 51/52: Botschaft des Heiligen Vaters Papst Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Januar 2017
> Ausgabe 49/2016: Ökumene ist Rückkehr zum Auftrag. Eine Zeitansage zur Einheit der Christen von Bischofsvikar Prälat Bertram Meier.
> Ausgabe 47/2016: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus „Misericordia et misera“ zum Abschluss des außerordentlichen heiligen Jahres der Barmherzigkeit
> Ausgabe 44/2016: Gemeinsames ökumenisches Gebet in der lutherischen Kathedrale von Lund: Homilie des Heiligen Vaters
> Ausgabe 44/2016: Gemeinsame Erklärung anlässlich des gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenkens; Lund, 31. Oktober 2016
> Ausgabe 41/2016: Interview mit Generalvikar Harald Heinrich über die Pastoralvisitation im Dekanat Benediktbeuern und zur Pastoralen Raumplanung
> Ausgabe 42/2016: Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag am 23. Oktober 2016
> Ausgabe 36/2016: Botschaft von Papst Franziskus zum 50. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel am 11. September 2016
> Ausgabe 34/2016: Diözesanrichter Alessandro Perego erläutert das interne Vorgehen bei Missbrauchsfällen
> Ausgabe 33/2016: Interview mit Psychotherapeutin Helga Kramer-Niederhauser zum Thema Missbrauch und sexualisierte Gewalt
> Ausgabe 32/2016: Interview mit Brigitte Ketterle-Faber, Missbrauchs-Beauftragte der Diözese Augsburg
> Ausgabe 5/2015: Botschaft von Papst Franziskus zur Fastenzeit 2016
> Ausgabe 4/2016: Interview mit Dogmatik-Professorin Gerda Riedl über den Jubiläumsablass im Heiligen Jahr
> Ausgabe 53/2016: Botschaft des Heiligen Vaters Papst Franziskus zur Feier des Weltfriedenstages - 1. Januar 2016

Service

Info-Links