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Domkapellmeister: Hätte stärker auf Aufklärung drängen müssen

Der Regensburger Domkapellmeister Roland Büchner (63) hat sich zu eigenen Versäumnissen im Umgang mit den Übergriffen bei den Regensburger Domspatzen bekannt. "Ich bereue, dass ich nicht offensiv auf die Opfer zugegangen bin und nicht noch stärker auf umfassende Aufklärung gedrängt habe", sagte der Chorleiter der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). Büchner übernahm sein Amt 1994 von Georg Ratzinger, dem älteren Bruder des emeritierten Papst Benedikt XVI.

Der Musiker sagte, keiner seiner eigenen Schüler, aber ehemalige hätten sich ihm schon vor dem Skandaljahr 2010 anvertraut. "Was sie erzählten, konnte einen fertig machen - auch weil ich selber Vater eines Domspatzen bin." Dieser habe als Knabenstimme in Ratzingers Chor gesungen, aber nie von gewalttätigen Übergriffen des Geistlichen berichtet.
Zu seinem Amtsvorgänger sagte Büchner, er habe ihn "als herausragenden Musiker erlebt, der impulsiv, ja fanatisch sein konnte, wenn er seine Vorstellungen von musikalischer Qualität durchsetzte". Bei Proben sei der Bruder von Benedikt XVI. "unerbittlich" gewesen. Danach habe er "der sanftmütigste Mensch der Welt" sein können. "Manche Schüler sahen ihn als Vorbild, andere fürchteten ihn als Schläger." Es habe "ein System der Angst" geherrscht. "Das muss ans Licht, auch wenn es weh tut."
Ab 2001 habe sich bei den Domspatzen eine Arbeitsgruppe mit Prävention befasst. "Sie sollte bewirken, dass wir Kindern besser zuhören, rechtzeitig Anzeichen für Gewalt erkennen." Von den Betroffenen habe er, Büchner, gelernt, "wie lange es dauern kann, bis man über erlittene Gewalt spricht". Ihm selber helfe es, wenn er Anteilnahme zeigen könne. "Und für manche Betroffene ist es ein Trost, dass es heute bei den Domspatzen anders läuft."

KNA

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