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Halbzeit bei Weltklimakonferenz - Demos und Prominente

Mit prominenten Besuchern ging die Weltklimakonferenz in Bonn am Wochenende in die zweite Halbzeit. Bereits am Freitag besuchte der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore das Großtreffen in Bonn. Am Sonntagabend war Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger in der Bundesstadt am Rhein zu Gast. Unterdessen laufen die Verhandlungen zur Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens von 2015 weiter.

Damals hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. In Bonn soll dazu unter anderem ein „Regelbuch“ erarbeitet werden, das beispielsweise die Vergleichbarkeit der nationalen Klimaschutzpläne und deren Fortschreibung ermöglicht.

Deutschland ist „technischer Gastgeber“; die Konferenzleitung hat der pazifische Inselstaat Fidschi inne. Die Belange dieser Länder stehen daher besonders im Mittelpunkt. Die Pazifikregion leidet schon jetzt unter massiven Folgen des Klimawandels, wie der Premierminister von Tuvalu, Enele Sosene Sopoaga, und der ehemalige Präsident von Kiribati, Anote Tong, am Rande der Konferenz betonten.

Es gehe darum, in Bonn gemeinsam die Weichen hin zu einem effektiveren Klimaschutz zu stellen, betonte Sopoaga. Es bleibe nicht mehr viel Zeit. Tong sagte: „Wir reden immer über Dollarbeträge und vergessen dabei die menschliche Seite.“ Die Bewohner der Inselstaaten im Pazifik wollten wissen, womit sie rechnen könnten, „wenn der nächste Zyklon kommt“. Der ehemalige Präsident von Kiribati nannte den Kampf gegen den Klimawandel „die größte moralische Herausforderung der Menschheit“.

Tong sorgte international für Schlagzeilen, weil er 2014 auf Fidschi 2.400 Hektar Land kaufte, um die Lebensmittelversorgung der Einwohner des vom Klimawandel bedrohten Kiribati sicherzustellen. Das Nachbarland Tuvalu ist nach dem Vatikan, Monaco und Nauru der viertkleinste Staat der Erde; der höchste Punkt der Atolle, aus denen das Land besteht, liegt fünf Meter über dem Meeresspiegel.

Das katholische Hilfswerk Misereor hofft auf einen guten Ausgang der Weltklimakonferenz. „Es hakt noch an vielen Stellen, aber ein Scheitern droht nicht“, sagte Klima-Expertin Kathrin Schroeder der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auch Schroeder mahnte zu Eile. „Je länger man wartet, desto teurer wird es“. Klar sei auch, „dass wir uns von den fossilen Energieträgern verabschieden müssen“. Andernfalls sei es unmöglich, die Vereinbarungen von Paris umzusetzen.

Am kommenden Mittwoch geht die Konferenz in die entscheidende Phase. Dann werden zahlreiche Minister sowie Staats- und Regierungschefs in Bonn erwartet.

KNA

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