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Kardinal Marx besorgt über Rechtspopulismus und Suizid-Urteil

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ist "beunruhigt" über den weltweiten Rechtspopulismus und Nationalismus. Er habe ein derartiges Anwachsen solcher Bewegungen nicht erwartet, sagte er am Montag vor Journalisten in Bergisch Gladbach. Die Kirche habe in dieser Situation die Aufgabe, immer "auf der Seite der verantwortlichen Freiheit" zu stehen, betonte er zum Auftakt des Frühjahrstreffens der deutschen Bischöfe.

Mit Blick auf Christen in der AfD sagte der Kardinal, es sei nicht Aufgabe der Kirche, Motivationen von Mitgliedern in Parteien, Organisationen oder Religionsgemeinschaften pauschal zu beurteilen. Vielmehr müsse sie auf die Inhalte schauen. Mit dem Christentum unvereinbar sei es etwa, Ausländerfeindlichkeit zu propagieren. Auch alle Formen eines überzogenen Nationalismus und von Feindschaft gegenüber anderen Religionen seien nicht akzeptabel.
Marx zeigte sich auch entsetzt über den Nazi-Vergleich des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und über ähnliche schrille Äußerungen in aktuellen Debatten. Er sei betroffen über "den Verfall der Sprache" zwischen offiziellen Vertretern befreundeter Staaten. In der politischen Diskussion seien "ein paar Hemmschwellen" gefallen.
Scharfe Kritik übte Marx am jüngsten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Selbsttötung. Er hoffe auf eine Revision durch das Bundesverfassungsgericht. Es könne nicht sein, dass der Staat Beihilfe zum Suizid leiste. Das Bundesverwaltungsgericht hatte am Donnerstag ein Recht von schwerstkranken Patienten auf einen selbstbestimmten Tod festgestellt. Der Staat dürfe in "extremen Ausnahmefällen" den Zugang zu einem verschreibungsfähigen Betäubungsmittel nicht verwehren.
Eine positive Bilanz zog Kardinal Marx zur Ökumene. "Ich habe das Gefühl, dass ein gewisses Momentum da ist, dass die Ökumene vorankommt". Dabei verwies er auf die jüngste Begegnung von Papst Franziskus mit Spitzvertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie Gottesdienst "Healing of Memories" am kommenden Samstag. Diesen feiern katholische und evangelische Kirche in Hildesheim anlässlich des Gedenkjahrs zu 500 Jahre Reformation.
Das Wort der deutschen Bischöfe zum Papstschreiben "Amoris laetitia" hat Franziskus nach den Worten von Marx positiv aufgenommen. Seit der Veröffentlichung von "Amoris laetitia" im April 2016 gibt es heftige Debatten über den Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene. In ihrer Auslegung des Papstschreibens hatten sich die deutschen Bischöfe Anfang Februar für eine größere Öffnung in begründeten Einzelfällen ausgesprochen.
Mit Blick auf den Priestermangel sagte der Kardinal, dieser dürfe nicht auf die Frage nach dem Zölibat reduziert werden. Zuvor hatte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, neben dem Verzicht auf Frauenordination den Zölibat für die sinkende Attraktivität des Priesterberufs verantwortlich gemacht. Die Bischöfe beraten bei dem bis Donnerstag dauernden Frühjahrstreffen über die Perspektiven für Priester angesichts des rückläufigen Personals.

KNA

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