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Kardinal Tettamanzi tot - Papst würdigt Verstorbenen

Kardinal Dionigi Tettamanzi, früherer Erzbischof von Mailand und einer der profiliertesten Kirchenführer Italiens, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Am Samstag erlag er nach Kirchenangaben im norditalienischen Triuggio einer Krebserkrankung.

Papst Franziskus würdigte Tettamanzi für dessen "intensives kulturelles und pastorales Wirken". Tettamanzi zähle zu den berühmtesten Söhnen des Erzbistums Mailand und den "liebenswertesten und geliebtesten" Hirten dieser Ortskirche, schrieb der Papst in einem Beileidstelegramm.
Tettamanzi stand von 2002 bis 2011 an der Spitze des Bistums Mailand, das mit rund fünf Millionen Katholiken die größte Diözese Europas ist und eine der bedeutendsten der katholischen Welt. Zuvor war er Erzbischof von Genua sowie Generalsekretär und Vizepräsident der Bischofskonferenz.
Franziskus erinnerte an Tettamanzi als moraltheologischen Experten auf den Feldern Familie, Ehe und Bioethik. Mit seinem Fachwissen habe er sich auch als Kirchenleiter hervorgetan, der sich vollauf den Bedürfnissen seiner Priester und aller Gläubigen widmete, so der Papst.
Als Buchautor und mit Stellungnahmen zu aktuellen Fragen machte sich Tettamanzi über die Grenzen Italiens hinaus einen Namen. Vor der Papstwahl 2005 galt der Kardinal, der mit seiner gedrungenen Gestalt ein  wenig an Johannes XXIII. (1958-1963) erinnerte, als ein möglicher Nachfolger für Johannes Paul II. (1978-2005).
Mit dem Tod von Tettamanzi zählt das Kardinalskollegium noch 223 Mitglieder. Von ihnen sind 121 jünger als 80 Jahre und dürften somit an einer Papstwahl teilnehmen.
Tettamanzi wurde am 14. März 1934 in Renate bei Mailand geboren. Er studierte am Seminar von Venegono Inferiore und wurde 1957 von Kardinal Giovanni Battista Montini, dem späteren Papst Paul VI. (1963-1978), zum Priester geweiht. Nach der Promotion an der Universität Gregoriana in Rom und einigen Jahren als Seelsorger in seiner Heimat war er zwei Jahrzehnte lang Dozent für Moraltheologie am Priesterseminar von Venegono Inferiore. Zugleich lehrte er in Mailand Pastoraltheologie.
Von 1987 an leitete Tettamanzi zwei Jahre lang das Lombardische Kolleg in Rom. 1989 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof der Adria-Diözese Ancona-Osimo; 1991 erhielt er das Amt des Generalsekretärs der Italienischen Bischofskonferenz. 1995 folgte der Ruf als Erzbischof nach Genua. Wenige Wochen später wurde Tettamanzi für fünf Jahre zum Vizepräsidenten der Bischofskonferenz gewählt. 1998 erhob ihn der Papst in den Kardinalsstand, und 2002 machte er ihn zum Oberhirten von Mailand.
Zwei Jahre nach Erreichen der bischöflichen Altersgrenze von 75 Jahren, im Juni 2011, nahm Papst Benedikt XVI. (2005-2013) Tettamanzis Rücktritt an. Zu seinem Nachfolger ernannte er Kardinal Angelo Scola (75), der seinerseits im September das Amt an Erzbischof Mario Delpini abgeben wird.

KNA

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