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Menschenrechtler: Merkel beschönigt Lage der Christen in Ägypten

Kurz vor einer Reise nach Nordafrika hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, "die katastrophale Menschenrechtsbilanz Ägyptens zu beschönigen". Die Kanzlerin hofiere Kairo, um das Land zu mehr Zusammenarbeit in Flüchtlingsfragen zu bewegen. In einer am Sonntag in Göttingen veröffentlichten Erklärung heißt es weiter: "Wenn die Bundeskanzlerin Ägypten für seine angeblich beispielhafte Christen-Politik lobt, dann ist dies ein Schlag ins Gesicht der Kopten." Ägyptens Christen litten "noch immer unter Diskriminierung, Willkür und Straflosigkeit", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.

Merkel hatte am Wochenende gesagt, die koptischen Christen in Ägypten hätten "eine sehr gute Situation für die Ausübung ihrer Religion". Und weiter: "Gerade in einem muslimisch geprägten Land ist das auch beispielhaft." Die Kanzlerin besucht in dieser Woche Tunesien und Ägypten. In der Markus-Kathedrale in Kairo ist ein Treffen mit Kopten-Papst Tawadros II. geplant. Gemeinsam wollen sie die angrenzende Kirche Sankt Peter und Paul besuchen. Dort hatte sich im Dezember 2016 ein Selbstmordattentäter während eines Gottesdienstes in die Luft gesprengt und 27 Menschen getötet.

Menschenrechtler hatten zuletzt eine wachsende Gewalt gegen Christen in dem Land kritisiert. Auch das koptische Weihnachtsfest Anfang Januar war nach dem Anschlag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gefeiert worden.

Bei ihrem Besuch in Kairo wird die Kanzlerin und CDU-Chefin von Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi empfangen, mit dem sie auch über mehr Kooperation in Migrationsfragen sprechen will. Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach betont, Ägypten habe große Bedeutung bei der Eindämmung von Flucht und Migration aus Afrika.

"Der jahrelange Streit um ein im September 2016 ratifiziertes Gesetz zur Regelung des Neubaus und der Renovierung von Kirchen zeigt, wie ungleich die Behandlung von Christen und Muslimen in Ägypten ist", betonte GfbV-Referent Delius. So könnten Gouverneure den Neubau von Kirchen weiterhin willkürlich ablehnen. Im Alltag blieben die meisten Übergriffe auf Christen strafrechtlich ungesühnt: "Viele Kopten sehen sich daher als rechtlos und Bürger zweiter Klasse an." Die Kopten stellen rund zehn Prozent der Bevölkerung Ägyptens.

KNA

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