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Overbeck: Kirche hält an Position in Flüchtlingsdebatte fest

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich gegen eine Änderung der kirchlichen Position in der Flüchtlingsdebatte ausgesprochen. Die Richtigkeit moralischer Grundsatzentscheidungen orientiere sich nicht an Wahlergebnissen, betonte er am Mittwoch mit Blick auf den jüngsten bundesweiten Stimmenzuwachs der AfD.

Overbeck äußerte sich am Rande der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Angesichts der verbreiteten Ablehnung einer humanitären Migrationspolitik betonte Overbeck, der Weg zu einer Akzeptanz der bedingungslosen Verteidigung der Würde und Rechte aller Menschen sei weiter als gedacht. Die katholische Kirche bleibe aber bei ihrer Unterstützung für die humanitäre Politik der Bundesregierung des Jahres 2015. „Wenn es um Nächstenliebe und Menschenwürde geht, können wir uns nur auf eine Seite schlagen, wenn wir die richtige Antwort geben wollen“, betonte Overbeck. Er leitet in der Bischofskonferenz die Kommission für gesellschaftliche Fragen und ist zugleich Deutschlands katholischer Militärbischof.

Zur Forderung nach einer Obergrenze für Einwanderung, die zwischen CDU und CSU, aber auch innerhalb der Kirchen kontrovers diskutiert wird, sagte Overbeck: „Ich halte nichts davon, solche Obergrenzen festlegen zu wollen. Das gilt auch für die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge. In einem so reichen Land wie Deutschland zu sagen, dass jetzt die Aufnahmekapazität erreicht ist, ist schwerlich möglich, zumal angesichts der viel extremeren Situation in anderen Ländern.“

Als Konsequenz aus dem Wahlergebnis erwarte er von einer künftigen Bundesregierung, dass sie die Verbitterung jener, die zu den Verlierern der Globalisierung zählten, wahrnehme. Zudem hoffe er auf mehr Streit und Debatte im Parlament, weil das der demokratischen Kultur gut tue.

Zum Umgang der Kirche mit der AfD bemerkte Overbeck, ein Dialog von Vertretern der katholischen Kirche mit Vertretern aller demokratischen Parteien gehöre zur demokratischen Kultur. In diesem Dialog müsse die Kirche sagen, was sie nicht akzeptieren könne. Dazu gehöre auch „jede Form von Rassismus oder das Aufgreifen von Parolen, die mich an die schlimmsten Zeiten unserer Geschichte erinnern.“   KNA

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