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Verbände fordern mehr Engagement gegen den Klimawandel

Im Vorfeld der UN-Weltklimakonferenz kritisieren Verbände und Forscher den Umgang mit dem Klimawandel. Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer mahnte Umweltzerstörung und mangelndes Engagement gegen die Klimawandel. „Wenn wir keinen Frieden mit der Natur schaffen, gibt es keinen Frieden mit den Menschen“, sagte Edenhofer am Donnerstag auf der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Zwar gebe es ein besseres Verständnis für den Klimawandel und seine Folgen, aber man habe zwei Jahrzehnte im Kampf gegen die Erderwärmung verloren. „Manche Dinge sind jetzt nicht mehr einzufangen.“

Das Bündnis „Klima schützen - Kohle stoppen“ forderte von der neuen Bundesregierung einen verbindlichen Fahrplan für einen sozialverträglichen Kohleausstieg. Dieser sei entscheidend für die Einhaltung der vereinbarten Klimaziele, betonte der politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals. „Deutschland muss sich entscheiden, ob es Vorreiter im Verbrennen von Braunkohle oder für Klimaschutz sein will.“

Während bei der Konferenz in Bonn über weltweite Klimaschutzmaßnahmen verhandelt werde, sei Deutschland weiter Vorreiter beim Braunkohletagebau und der größte CO2-Emittent Europas, kritisierte Antje Grothus, Kohlepolitik-Koordinatorin der Klima-Allianz.

Das Bündnis rief zu einer Demonstration am 4. November in Bonn auf. Die Veranstalter erwarten bis zu 9.000 Teilnehmer. Geplant ist auch eine Fahrraddemo, die von Köln über die Autobahn 555 nach Bonn führen soll. Über eine Genehmigung werde noch juristisch gestritten. Das Bündnis wird von rund 80 Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und den Kirchen getragen, darunter Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), Misereor und Brot für die Welt.

Der entwicklungspolitische Dachverband (Venro) und die Klima-Allianz Deutschland verlangten eine konsequente Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. In einem Papier fordern sie demnach von der Bundesregierung, auch entsprechenden Druck vor allem auf die Industrienationen auszuüben. Unter dem Titel „Deutschland muss in der Klimapolitik liefern“ legten die Verbände zahlreiche Forderungen an das Treffen vor. Für Deutschland bedeute dies einen sozialverträglichen Kohleausstieg und 95 Prozent Reduktion der Treibhausgase bis 2050 im Vergleich zu 1990.

Der Vorsitzender von Venro, Bernd Bornhorst, sagte: „Die Industrieländer sind bei der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen gefordert, denn sie tragen eine große Verantwortung für die Entstehung des Klimawandels.“ Unter seinen Folgen litten die Ärmsten der Armen im globalen Süden am meisten. Venro ist der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. Ihm gehören nach eigenen Angaben rund 120 Organisationen an.

Auf der UN-Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November berät die Staatengemeinschaft über die Umsetzung des 2015 in Paris beschlossenen Klimaabkommens.

KNA

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