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Fairnasch mich! – Faire Schokolade aus Steingaden

Die Fairtrade-Gemeinde Steingaden bietet jetzt eigene fair produzierte Schokolade an: Die einladend verpackten Tafeln der Sorten Vollmilch, Vollmilch-Haselnuss, Vollmilch-Vanille und Zartbitter sind eine süße „Fairsuchung“, die den geschmacklichen Vergleich mit den Großen der Schokoladenindustrie nicht scheuen brauchen. Präsentiert wurden diese neuen Produkte in der Katholischen Landvolkshochschule Wies, die ihr „Wieser Betthupferl“ ebenfalls auf eine faire Variante umstellt.

Im November hat die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Gemeinde Steingaden begonnen, die Idee einer eigenen fairen Schokolade für den Welfenort in den Blick zu nehmen. Mit der Confiserie Dengel aus Rott am Inn wurde ein Partner gefunden, der zu Steingaden passt: Ein kleiner Betrieb aus einem kleinen Ort, der entschieden hat, seine Rohstoffe möglichst direkt vom Erzeuger zu kaufen und diesen verlässliche, faire Preis zu bezahlen.

Uwe Dengel kauft Milch und alle anderen Milchprodukte, wie Sahne oder Butter von sternenfair, einer Milchvermarktungs-GmbH von Landwirten. Sternenfair garantiert den Milchbauern einen festen Mindestpreis von 40 Cent pro Liter Milch. Dafür halten sich die Landwirte an Standards wie artgerechte Tierhaltung, gentechnikfreie Fütterung unter Verzicht auf Futtermittel aus Übersee und Verbot des Einsatzes von bienenschädlichen Pestiziden. Uwe Dengel lässt die Milch von einer ausgewählten Molkerei zu feinstem Walzenvollmilchpulver trocknen, das er dann zu Schokolade weiterverarbeitet. Auch Milchbauern aus dem Allgäu und aus Oberbayern gehören zu den Lieferanten. Er bezieht Rohrohrzucker aus der kleinen Kooperative Manduvira, Paraguay und Kakao aus der Cooperative Coomprocar Arauca. Auch diese Kleinbauern bekommen einen garantierten Mindestpreis für den Kakao, unabhängig von den Schwankungen des seit Jahren extrem niedrigen Weltmarktpreises. Darüber hinaus bezahlt er pro Kilo Kakaobohnen eine Zusatzförderung für soziale Projekte und unterstützt die Kooperative in der Schulung der Kakaobauern für die Trocknungs- und Fermentierungsprozesse, damit auch hier ein Teil der Wertschöpfung in der Region bleibt. Aus diesen Zutaten bereiten Uwe Dengel und seine Mitarbeiterinnen ihre ehrlichen und fairen Schokoladenprodukte.

Die beiden in Steingaden lebenden Künstler Beate Speck-Kafkoulas und Erik Liebermann brachten den fairen Gedanken ins Bild und gestalteten die Motive für die vier Schokoladenbanderolen. Grafiker Werner Böglmüller brachte diese mit all den lebensmittelrechtlichen Vorgaben in eine ansprechende Form. Rückhalt hatte die Steuerungsgruppe bei den kommunalen und kirchlichen Gremien, die den Vertrieb dieses neuen Produkts auch in ihren Bereichen unterstützen.

Mit dem Kauf dieser Schokolade bekommen Konsumenten ein wohlschmeckendes hochwertiges Genussmittel zu einem fairen Preis und können mit ihrem Geldbeutel ein Statement für faire Erzeugerpreise abgeben. Gerade in unserer Zeit, in der Landwirte unterschiedlicher Branchen unter ausbeuterischem Preisdruck für ihre wertvollen Erzeugnisse stehen und viele Landwirte ihre Betriebe aufgeben, ist dieses Produkt ein Zeichen der Solidarität der Landgemeinde Steingaden mit bäuerlichen Betrieben in der eigenen Region und in Südamerika.

KNA

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