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Weltjugendtag 2016

Alle Welt reist nach Polen zum Weltjugendtag – so auch unsere Redakteurin Nathalie Zapf. Sie hat sich der Gruppe von rund 150 Jugendlichen angeschlossen, die mit dem Bistum Augsburg zum Weltjugendtag fahren. Vom 20. bis 25. Juli werden sie in Gastfamilien die Stadt Świebodzin kennen lernen. Sie liegt rund 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und ist für die größte Christusstatue der Welt bekannt. Am 25. Juli geht es dann Richtung Krakau, wo sich bis zum 31. Juli Jugendliche aus aller Welt um Papst Franziskus versammeln werden. Wie die Jugendlichen in Świebodzin aufgenommen werden, wie sie das Jugendfestival zu Füßen der Christusstatue erleben und welche bewegenden Momente das Programm in Krakau bereithalten wird, werden Sie in den kommenden Tagen auf dieser Seite verfolgen können. Auch unsere Zeitungsausgabe vom 6./7. August wird ganz im Zeichen des Weltjugendtags stehen.

 

21.07.2016 - Von Augsburg nach Świebodzin

Ein erstes Gruppenbild vor der mächtigen Christusstatue von Świebodzin: Nachdem 34 Jugendliche mit der Bistumsfahrt am Morgen in Augsburg gestartet waren, wurden sie am Abend von der Christusstatue und einem kleinen Empfangskomitee mit offenen Armen aufgenommen. Eine Gruppe aus Jugendlichen und Erwachsenen winkte und schwenkte deutsche und polnische Flaggen, als der Bus auf dem Platz zu Füßen der Statue einfuhr.
Mit einem Gottesdienst begannen die „Tage der Begegnung“. Noch bis Sonntag werden die deutschen Jugendlichen Świebodzin, seine Umgebung und die Menschen kennenlernen. Am Montag werden sie in der Unterkunft bei Krakau auf die Teilnehmer der Bistumsfahrt, die nur das Programm der zweiten Woche gebucht haben, treffen – über 100 Jugendliche aus dem Bistum Augsburg. Dass sich Teilnehmer aus zahlreichen Ländern nach Polen aufgemacht haben, konnte die Gruppe an einer deutschen Raststätte feststellen: Dort traf sie auf einen Pfarrer und 50 Jugendliche aus Irland.

 

 

23.07.2016 - Der Weltjugendtag in Polen ­– alles andere als unsichtbar

Zwar ist Krakau der eigentliche Veranstaltungsort des Weltjugendtags – doch auch an den meisten anderen Orten in Polen ist der Weltjugendtag sichtbar, besonders in Orten wie Świebodzin, die ausländische Pilger aufgenommen haben. An Straßenlaternen wehen Weltjugendtagsfahnen. Autoanhänger mit Gerüsten, auf die das Weltjugendtagsbanner gespannt ist, stehen zu Füßen der großen Christusstatue. Die Augsburger Pilgergruppe und die polnischen jugendlichen Freiwilligen, die sie begleiten, sind an Hüten und an Tüchern mit dem Weltjugendtagssymbol erkennbar.

Am Freitagabend waren sie – vor allem für Autofahrer – kaum zu übersehen. Ein Kreuzweg führte einen großen Zug aus jungen Pilgern und vielen anderen Teilnehmern von der Christusstatue ins Zentrum vor das Rathaus. Die Polizei hatte ganze Straßen gesperrt. Vorneweg liefen einige polnische Jugendliche mit Fackeln. Darauf folgte ein rund 70 Kilogramm schweres Kreuz, das abwechselnd von verschiedenen Teilnehmern getragen wurde. An den Stationen mitten auf der Straße beugten Hunderte zum Gedächtnis der Leiden Jesu das Knie. Zum Abschluss erklang am Rathaus die Hymne des Weltjugendtags.

 

 

25.07.2016 - Tschenstochau

Der Festtag des heiligen Jakobus, des Patrons der Pilger, war der Anreisetag für die Jugend der Welt. Die Pilgergruppe aus dem Bistum Ausgburg reiste von Świebodzin über Tschenstochau zur Unterkunft bei Krakau. Im Wallfahrtsort herrschte bereits großer Trubel, wie er typisch für Weltjugendtage ist. Eine Gruppe Brasilianer zog trommelnd an den singenden Spaniern vorbei. Wer keine Flagge mitführt, ruft sich laut seinen Herkunftsort zu und jubelt – darüber, gemeinsam an diesem Treffen teilzunehmen. 356000 Pilger aus 187 Ländern hatten sich bis zum Beginn des Treffens offiziell angemeldet. Die Veranstalter erwarten aber, dass viele junge Menschen spontan anreisen und so rund 1,5 Millionen bis Sonntag nach Krakau kommen werden. Am Dienstagabend begrüßt Kardinal Stanisław Dziwisz die Teilnehmer bei einem großen Eröffnungsgottesdienst, bevor Papst Franziskus am Mittwoch erstmals mit jungen Pilgern zusammentreffen wird.

 

 

 

27.07.2016 - Eröffnungsgottesdienst mit Kardinal Stanislaw Dziwisz

Unter dem Jubel von rund 200000 Pilgern hat Kardinal Stanislaw Dziwisz den Weltjugendtag am Dienstagabend offiziell eröffnet. Nach einem verregneten Vorprogramm wehten die Fahnen verschiedenster Länder und Gruppierungen vor einem klaren Abendhimmel. Beim Schlusslied „Jesus Christ, you are my life“ schwenkten die jungen Christen ihre Flaggen und rissen die Arme in die Höhe.
In seiner Predigt hatte Erzbischof Dziwisz die Teilnehmer für die kommenden Tage aufgefordert: „Öffnet eure Herzen und euren Verstand.“ Krakau lebe vom Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit und von der heiligen Faustyna, die die Welt auf dieses aufmerksam gemacht habe. Funken der Liebe und Funken des Glaubens sollen die Teilnehmer mit in ihre Heimat nehmen, „damit die Herzen der Menschen im Rhythmus mit dem Herzen Jesu schlagen“.

 

 

 

29.07.2016 - Papst Franziskus: Wie geht ihr vom Kreuzweg nach Hause?

Nachdem Papst Franziskus am Donnerstagabend auf den Blonia-Wiesen fröhlich von Jugendlichen begrüßt worden war, hatte der Freitagabend einen ernsteren Hintergrund. Der Kreuzweg wurde den Teilnehmern mit Musikstücken und Tanzaufführungen nahe gebracht. Dem Jahr der Barmherzigkeit entsprechend wurden den 14 Kreuzwegstationen die sieben leiblichen und die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit zugeordnet. Auch in seiner Ansprache verband der Pontifex das Leiden Jesu mit den Werken der Barmherzigkeit. Indem der Heiland Schmerz und Ängste auf sich genommen habe, identifiziere er sich mit allen Leidenden. Der Heilige Vater erklärte: „Indem wir den Kreuzweg Jesu nachgegangen sind, haben wir neu entdeckt, wie wichtig es ist, dass wir durch die 14 Werke der Barmherzigkeit ihm ähnlich werden. Sie sind uns eine Hilfe, um uns der Barmherzigkeit Gottes zu öffnen.“ Seine jungen Zuhörer forderte Franziskus auf, als Antwort auf die Nöte der heutigen Zeit Zeichen der Barmherzigkeit zu sein. Er erklärte: „Der Weg des Kreuzes ist der Weg des Glücks, Christus bis zum Äußersten nachzufolgen, in den oft dramatischen Umständen des Alltagslebens.“ Der Papst schloss seine Ansprache mit einer Frage. Am Karfreitag seien viele Jünger traurig nach Hause zurückgekehrt, andere dagegen seien auf ihr Haus auf dem Lande gegangen, um das Kreuz zu vergessen. „Wie wollt ihr heute Abend in eure Häuser, in eure Herbergen zurückkehren?“

 

31.07.2016 - Großes Abschlusstreffen

Mit den großen Zusammenkünften auf dem Campus Misericordiae („Feld der Barmherzigkeit“) fand der Weltjugendtag seinen Höhepunkt. 1,6 Millionen Menschen feierten die Vigil mit Papst Franziskus. Andächtiges Schweigen herrschte während der anschließenden eucharistischen Anbetung bei Kerzenschein auf dem Feld. Der Papst forderte die Jugendlichen auf sich im Gebet zu vereinen und keine Angst zu haben, sondern stattdessen eigene Spuren zu hinterlassen. Am Sonntag fuhr der Heilige Vater mit seinem Papamobil entlang der Wege des Campus Misericordie. Nach der Aussendungsmesse wurde der nächste Weltjugendtag bekannt gegeben: Panama 2019.

 

 

 

 

 

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